Aileen Wuornos: Das Leben und die Taten der berüchtigten Serienmörderin
Einleitung
Der Name Aileen Wuornos sorgt bis heute für Gänsehaut. Sie gilt als eine der berüchtigtsten Serienmörderinnen der USA, deren Lebensgeschichte von Missbrauch, Gewalt, Armut und tragischen Entscheidungen geprägt war. Zwischen 1989 und 1990 erschoss sie sieben Männer in Florida und wurde damit zu einer der wenigen Frauen, die in der modernen Kriminalgeschichte als Serienmörderin bezeichnet werden.
Dieser Artikel erzählt die Geschichte von Aileen Wuornos von ihrer schwierigen Kindheit bis zu ihrer Hinrichtung im Jahr 2002 und zeigt, warum ihr Fall bis heute kontrovers diskutiert wird.
Kurzer Überblick über Aileen Wuornos
| Daten | Information |
|---|---|
| Vollständiger Name | Aileen Carol Wuornos |
| Geburtsdatum | 29. Februar 1956 |
| Geburtsort | Rochester, Michigan, USA |
| Bekannt als | Serienmörderin, Prostituierte |
| Anzahl Opfer | 7 bestätigte Morde (1989–1990) |
| Verhaftung | 9. Januar 1991 |
| Urteil | 6-fache Todesstrafe |
| Hinrichtung | 9. Oktober 2002, durch Giftspritze |
| Filmische Darstellung | „Monster“ (2003) mit Charlize Theron |
Frühes Leben und Kindheit
Aileen Wuornos hatte von Anfang an ein schweres Leben. Ihr Vater war ein verurteilter Sexualstraftäter, der im Gefängnis Selbstmord beging, noch bevor sie ihn je kennenlernen konnte. Ihre Mutter verließ die Familie früh, sodass Aileen und ihr Bruder bei den Großeltern aufwuchsen. Doch auch dort herrschte keine Geborgenheit: Ihr Großvater galt als gewalttätig, die Großmutter litt unter Alkoholproblemen.
Bereits als Teenager geriet Aileen Wuornos auf die schiefe Bahn. Mit elf Jahren begann sie sexuelle Kontakte gegen Zigaretten oder Essen einzutauschen. Mit 14 wurde sie schwanger, das Kind wurde später zur Adoption freigegeben. Wenig später verließ sie das Elternhaus endgültig und lebte obdachlos in Wäldern und verlassenen Autos.
Einstieg in die Prostitution
Da sie keine Ausbildung hatte und ständig ums Überleben kämpfen musste, begann Aileen Wuornos, als Prostituierte zu arbeiten. Besonders an Highways in Florida bot sie ihre Dienste an, oft unter prekären und gefährlichen Bedingungen. In Interviews beschrieb sie, dass sie mehrfach Opfer sexueller Gewalt durch Freier wurde. Diese Erfahrungen prägten ihr späteres Bild von Männern und ihre Begründung für die Morde.
Die Mordserie
Zwischen 1989 und 1990 erschoss Aileen Wuornos sieben Männer. Sie lockte ihre Opfer meist während der Prostitution an abgelegene Orte, wo sie sie mit einer Pistole tötete.
Die Opfer im Überblick
- Richard Mallory – Elektronikladenbesitzer, erschossen 1989.
- David Spears – Bauleiter, erschossen 1990.
- Charles Carskaddon – Arbeiter, erschossen 1990.
- Peter Siems – Rentner, spurlos verschwunden, nur sein Auto wurde gefunden.
- Troy Burress – Lieferfahrer, erschossen 1990.
- Charles Humphreys – Ex-Polizist, erschossen 1990.
- Walter Antonio – Polizist im Ruhestand, erschossen 1990.
Aileen Wuornos behauptete, die Männer hätten sie angegriffen oder versucht, sie zu vergewaltigen. Deshalb habe sie aus Selbstverteidigung gehandelt. Die Staatsanwaltschaft sah das jedoch anders: Für sie war Habgier das Hauptmotiv, da Wuornos stets Geld oder Wertgegenstände der Opfer entwendete.
Verhaftung und Geständnis

Am 9. Januar 1991 wurde Aileen Wuornos in Florida verhaftet. Ihre damalige Lebensgefährtin Tyria Moore spielte dabei eine entscheidende Rolle: Sie arbeitete mit der Polizei zusammen und überzeugte Wuornos in abgehörten Gesprächen, ein Geständnis abzulegen.
Während der Verhöre gestand sie mehrere Morde, allerdings betonte sie immer wieder, dass sie in Notwehr gehandelt habe. Später nahm sie diese Aussagen teilweise zurück und machte widersprüchliche Angaben, was ihre Verteidigung erschwerte.
Der Prozess
1992 begann der Prozess gegen Aileen Wuornos, begleitet von einem enormen Medieninteresse. Vor Gericht zeigte sie sich oft wütend und unberechenbar, was das Bild einer gefährlichen Frau noch verstärkte.
Sie wurde in mehreren Mordfällen schuldig gesprochen und erhielt insgesamt sechsmal die Todesstrafe. Damit wurde sie zu einer der wenigen Frauen in den USA, die zum Tode verurteilt wurden.
Leben im Todestrakt
Die Jahre im Gefängnis waren für Aileen Wuornos geprägt von Interviews, Dokumentationen und Begegnungen mit Journalist:innen. Besonders berühmt wurde die Dokumentation „Aileen: Life and Death of a Serial Killer“.
Wuornos erklärte mehrfach, dass sie keine weiteren Berufungen einlegen wolle. Sie äußerte den Wunsch, so schnell wie möglich hingerichtet zu werden, da sie das Leben im Gefängnis nicht mehr ertrug.
Am 9. Oktober 2002 wurde sie durch eine letale Injektion im Staatsgefängnis von Florida hingerichtet.
Psychologische Betrachtung
Der Fall Aileen Wuornos wird von Psycholog:innen oft als Paradebeispiel dafür genannt, wie Kindheitstrauma, Vernachlässigung und Missbrauch zu späteren Gewaltverbrechen beitragen können.
- Trauma: Ihre Kindheit war geprägt von Missbrauch und Instabilität.
- Misstrauen gegenüber Männern: Durch die Gewalt in der Prostitution entwickelte sie eine tiefe Feindseligkeit.
- Psychische Erkrankungen: Bei ihr wurden Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert.
Ob sie letztlich Mörderin aus Notwehr oder kaltblütige Täterin war, bleibt bis heute umstritten.
Mediale Aufarbeitung
Die Geschichte von Aileen Wuornos inspirierte zahlreiche Bücher, Artikel und Filme. Am bekanntesten ist der Spielfilm „Monster“ (2003), in dem Charlize Theron die Rolle von Wuornos spielte und dafür einen Oscar erhielt. Der Film zeigte nicht nur die Morde, sondern auch ihre Beziehung zu Tyria Moore und die psychologischen Abgründe.
Vermächtnis
Das Vermächtnis von Aileen Wuornos ist widersprüchlich. Auf der einen Seite war sie eine mehrfach verurteilte Mörderin, die für ihre Taten hingerichtet wurde. Auf der anderen Seite sehen viele sie als Opfer eines Systems, das sie von Kindheit an im Stich ließ.
Bis heute wird diskutiert, ob sie tatsächlich alle Morde aus Habgier beging oder ob einige ihrer Opfer tatsächlich versuchten, sie anzugreifen.
FAQs zu Aileen Wuornos
Wer war Aileen Wuornos?
Aileen Wuornos war eine amerikanische Serienmörderin, die zwischen 1989 und 1990 sieben Männer in Florida tötete.
Warum tötete Aileen Wuornos ihre Opfer?
Sie erklärte, dass die Morde aus Selbstverteidigung geschahen, weil die Männer sie bedrohten. Die Staatsanwaltschaft sah hingegen Raub als Hauptmotiv.
Wann wurde Aileen Wuornos verhaftet?
Sie wurde am 9. Januar 1991 in Florida gefasst.
Welches Urteil erhielt sie?
Aileen Wuornos wurde sechsmal zum Tode verurteilt.
Wann und wie starb sie?
Am 9. Oktober 2002 wurde sie durch eine Giftspritze hingerichtet.
Gibt es Filme über ihr Leben?
Ja, am bekanntesten ist der Film „Monster“ (2003) mit Charlize Theron.
Fazit
Die Geschichte von Aileen Wuornos ist ein erschütterndes Beispiel dafür, wie ein von Gewalt und Vernachlässigung geprägtes Leben in eine Tragödie münden kann. Sie bleibt eine der bekanntesten Serienmörderinnen der Welt, deren Fall nicht nur kriminalhistorisch, sondern auch gesellschaftlich und psychologisch von Bedeutung ist.
Ob man sie als kaltblütige Täterin oder als Opfer ihrer Umstände betrachtet, hängt stark von der Perspektive ab. Sicher ist jedoch: Der Name Aileen Wuornos wird noch lange in Erinnerung bleiben.



