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ETFs (Exchange Traded Funds): Einfach, günstig und breit gestreut investieren

ETFs gehören zu den beliebtesten Anlageprodukten der letzten Jahre, und das aus gutem Grund. In diesem artikel erfährst du, was exchange traded funds genau sind, wie sie funktionieren, welche arten es gibt und wie du Schritt für Schritt in sie investierst. Du bekommst alle wichtigen infos, um deine eigene anlagestrategie aufzubauen.

Was sind ETFs und warum sind sie so beliebt?

Ein ETF, die abkürzung steht für „Exchange Traded Fund“, ist ein börsengehandelter indexfonds. Er bildet die wertentwicklung eines index nach, zum beispiel des DAX, des s p 500 oder des msci world. Statt einzelne aktien auszuwählen, investierst du mit einem einzigen produkt in eine ganze sammlung von wertpapiere und profitierst so von breiter Streuung, niedrigen Kosten und hoher Transparenz.

ETFs gelten als kosteneffiziente anlageform ohne fondsmanagement, da kein fondsmanager oder keine fondsmanagerin aktiv titel auswählen muss. Gleichzeitig bieten ETFs hohe Flexibilität und Handelbarkeit, du kannst sie jederzeit über die börse kaufen und verkaufen.

Ein konkretes beispiel: Mit einem einzigen MSCI-World-ETF investierst du in rund 1.500 unternehmen aus 23 Industrieländern (Stand 2026). Du brauchst kein großes vermögen und keinen Berater, ein depot bei einem online broker genügt.

Das Bild zeigt eine Weltkugel, die von verschiedenen Währungssymbolen und kleinen Firmensymbolen umgeben ist. Diese Darstellung verdeutlicht die globale Vernetzung von Vermögenswerten und Märkten, die für Anlegerinnen und Anleger von Bedeutung sind.

In Deutschland sind ETFs seit den 2000er-Jahren verfügbar. Seit etwa 2015 hat ihre Beliebtheit unter Privatanlegern stark zugenommen. Die wichtigsten Gründe im überblick:

  • Historische Durchschnittsrenditen globaler Aktien-ETFs: Der MSCI World erzielte über 20 Jahre etwa 8,7 % p. a. (in USD, mit reinvestierten Dividenden), über 10 Jahre sogar rund 13,1 % p. a.

  • Niedrige Kosten: Typische Gesamtkostenquoten (TER) liegen bei 0,10, 0,30 % pro Jahr.

  • Breite Streuung: Hunderte bis tausende titel in einem einzigen fonds.

  • Einfacher Zugang: ETFs können für monatliche Sparpläne genutzt werden, schon ab 25 € im Monat.

Wie funktionieren ETFs konkret an der Börse?

ETF anteile werden wie aktien an der börse gehandelt, zum beispiel über Xetra, Tradegate oder gettex. Im gegensatz zu klassischen investmentfonds, bei denen die Abrechnung meist nur einmal täglich erfolgt, werden ETFs kontinuierlich während der Börsenöffnungszeiten gehandelt. ETFs können jederzeit während der Handelszeiten gekauft werden.

Die funktionsweise lässt sich in wenigen schritten erklären:

  • Ein ETF-Anbieter (z. B. iShares, Xtrackers, Vanguard) legt einen fonds auf, der die wertpapiere eines bestimmten index kauft oder synthetisch abbildet.

  • Der preis der ETF anteile entsteht durch Angebot und Nachfrage an der börse. Market Maker und sogenannte Authorized Participants sorgen dafür, dass der Kurs nah am tatsächlichen wert der enthaltenen vermögenswerte bleibt.

  • Anlegerinnen und anleger sehen während der Handelszeiten Realtime-Kurse und können per Limit- oder Market-Order kaufen.

  • Der Geld-Brief-Spread (Bid-Ask-Spread) ist eine indirekte Kostenkomponente beim kauf und Verkauf, je liquider der ETF, desto geringer der Spread.

  • Bei der sogenannten Creation und Redemption können große institutionelle anleger neue anteile schaffen oder zurückgeben, was die Liquidität und Preisnähe zum Nettoinventarwert sicherstellt.

ETF-Arten: Indexfonds, Aktien-ETFs, Anleihen-ETFs & mehr

Es gibt nicht „den einen“ ETF. Je nach anlageziele und Risikobereitschaft stehen verschiedene arten zur wahl. Hier ein überblick über die wichtigsten Kategorien:

  • Aktien-ETFs: Bilden Aktienindizes ab, z. B. iShares Core MSCI World UCITS ETF. Diese aktienfonds sind die populärste Variante und decken regionen wie europa, USA oder die gesamte welt ab.

  • Anleihen-ETFs: Investieren in Staats- oder Unternehmensanleihen, z. B. Xtrackers II Eurozone Government Bond UCITS ETF.

  • Rohstoff-ETCs/ETNs: Bilden Rohstoffpreise ab (Gold, Öl etc.). Achtung: Technisch oft keine klassischen fonds, sondern Schuldverschreibungen.

  • Immobilien-ETFs (REITs): Investieren in börsennotierte Immobiliengesellschaften, z. B. VanEck Global Real Estate UCITS ETF.

  • Geldmarkt-ETFs: Kurzfristige, risikoarme anlage für Liquidität im depot.

  • Short- und Hebel-ETFs: Für spekulative Strategien, nicht für langfristige geldanlage geeignet.

Neben breit gestreuten Welt-ETFs (msci world, MSCI ACWI, ftse all world) gibt es spezialisierte themen-ETFs für branchen wie Clean Energy, Wasserstoff oder Cybersecurity. Zudem existieren aktive ETFs, die von Fondsmanagern verwaltet werden und eine Mischung aus passivem und aktivem Ansatz darstellen. In Deutschland sind über 2.500 ETF-Produkte handelbar.

MSCI World & Co.: Die wichtigsten ETF-Indizes im Überblick

Der msci world gilt als Klassiker für Einsteigerinnen und Einsteiger. Doch er ist bei Weitem nicht der einzige relevante index. Hier die wichtigste Auswahl:

  • MSCI World: Rund 1.500 unternehmen aus 23 Industrieländern. Keine Schwellenländer enthalten. Starke USA-Gewichtung von etwa 65, 70 % (Stand 2026). Historische Rendite über 20 Jahre: ca. 8,7 % p. a.

  • MSCI ACWI (All Country World Index): Kombiniert Industrie- und Schwellenländer in etwa 2.515 titel. Deckt rund 85 % der global investierbaren aktien ab. Rendite über 20 Jahre: ca. 9,5 % p. a.

  • MSCI ACWI IMI: Wie ACWI, aber zusätzlich mit Small Caps, die breiteste Streuung.

  • ftse all world: Ähnlich dem MSCI ACWI, deckt ebenfalls Industrie- und Schwellenländer ab. Unterschiede liegen in zusammensetzung, Gewichtung und Kosten.

  • s p 500: Der US-Standardindex mit 500 der größten US-Unternehmen. Oft als Beimischung oder Kern-investment genutzt.

  • nasdaq 100: Fokussiert auf die 100 größten nicht-finanziellen Technologieunternehmen an der Nasdaq.

  • dow jones industrial average: Einer der ältesten Indizes weltweit, umfasst 30 große US-Unternehmen.

  • DAX: 40 deutsche Standardwerte. Für Anleger mit Fokus auf den deutschen markt.

  • Euro Stoxx 50 / Stoxx Europe 600: Für europa-orientierte Strategien.

Das Bild zeigt eine Weltkarte, auf der leuchtende Verbindungslinien zwischen verschiedenen Finanzzentren dargestellt sind, die den globalen Austausch von Wertpapieren und die Interaktion von Anlegern symbolisieren. Diese visuelle Darstellung könnte insbesondere für Investoren von Interesse sein, die sich mit ETFs und internationalen Anlagestrategien beschäftigen.

Chancen und Risiken von ETFs

ETFs sind trotz breiter Streuung keine risikofreie anlage. Sie folgen den Kursschwankungen des zugrundeliegenden index, geht der markt nach unten, verliert auch der ETF an wert. Dennoch überwiegen für langfristig orientierte anleger oft die Chancen.

Chancen:

  • Langfristiges Wachstum: Globale Aktienmärkte haben historisch Renditen von ca. 6, 7 % p. a. über 20+ Jahre erbracht.

  • ETFs bieten eine breite Risikostreuung durch viele vermögenswerte, ein einzelner ETF enthält hunderte bis tausende titel.

  • Hohe Liquidität und Flexibilität: Handel jederzeit während der Börsenzeiten möglich.

  • Transparenz: Die zusammensetzung des index und die Replikationsmethode sind offen einsehbar.

  • Sparpläne ermöglichen regelmäßiges Investieren auch mit kleinem geld.

Risiken:

  • Marktrisiko: Kursverluste in Krisenzeiten (z. B. 2008/2009, Corona-Crash 2020) sind möglich und historisch belegt.

  • Währungsrisiko: Wechselkurse können die Rendite beeinflussen, wenn der ETF in Fremdwährung notierte titel enthält.

  • Liquiditätsrisiko: Nischen-ETFs auf exotische themen oder Schwellenländer können höhere Spreads haben.

  • Tracking-Differenz: Kosten und Replikationsmethode sorgen dafür, dass der ETF etwas vom index abweichen kann.

  • Emittentenrisiko: Bei synthetischen ETFs besteht ein Kontrahentenrisiko gegenüber der Swap-Gegenpartei.

ETFs sind als Sondervermögen rechtlich vom vermögen der Fondsgesellschaft getrennt. Bei einer Insolvenz des Anbieters bleibt das investierte geld der anlegerinnen und anleger geschützt, Kursverluste durch Marktbewegungen sind davon jedoch nicht betroffen.

Vor- und Nachteile von ETFs im Vergleich zu aktiven Fonds

ETFs als passive investmentfonds und aktiv gemanagte publikumsfonds verfolgen grundlegend verschiedene Ansätze. Während aktive fonds durch einen fondsmanager oder eine fondsmanagerin versuchen, den markt zu schlagen, bilden ETFs einfach einen vergleichsindex nach. ETFs haben in der Regel niedrigere Kosten als aktiv gemanagte Fonds, und die meisten aktiven Fondsmanager schneiden langfristig schlechter ab als ihr vergleichsindex.

Vorteile von ETFs:

  • Niedrige TER: Typisch 0,1, 0,3 % p. a. im gegensatz zu oft 1,0, 2,0 % bei aktiven fonds.

  • ETFs haben oft keine Ausgabeaufschläge, während bei aktiven fonds 3, 5 % beim kauf üblich sind.

  • ETFs haben keine Verwaltungsgebühren für fondsmanagement.

  • Laufende Handelbarkeit an der börse mit Realtime-Kursen, bei traditionellen Fonds erfolgt die Abrechnung meist nur einmal täglich.

  • Volle Transparenz: Index-zusammensetzung und Replikationsmethode sind jederzeit einsehbar.

Nachteile von ETFs:

  • Kein aktives Risikomanagement: Ein fondsmanager kann in Krisen Positionen anpassen, ein ETF nicht.

  • Mögliche Übergewichtung bestimmter regionen oder branchen (z. B. US-Technologiesektor im MSCI World).

  • ETFs liefern immer nur die marktdurchschnittliche Rendite abzüglich Kosten, keine Chance auf Überrendite.

Wichtige Auswahlkriterien: So findest du den passenden ETF

Die wahl des richtigen ETFs hängt von deinen persönlichen anlageziele, deinem risiko-Appetit und deinem Anlagehorizont ab. Einige zentrale kennzahlen helfen dir beim objektiven Vergleich:

  • TER (Total Expense Ratio)

  • Fondsvolumen und Fondsalter

  • Replikationsmethode (physisch vs. synthetisch)

  • Tracking-Differenz

  • Domizil und Währung

  • Ertragsverwendung (ausschüttend vs. thesaurierend)

Diese Kriterien lassen sich mit einem etf finder oder der Suchmaske beim eigenen online broker effizient filtern. Die folgenden Unterabschnitte erklären jedes Kriterium im Detail.

TER (Total Expense Ratio)

Die TER, die definition lautet „Gesamtkostenquote“, gibt an, wie viel Prozent des Fondsvermögens jährlich für Verwaltung und Betrieb des ETFs anfallen. Die Total Expense Ratio liegt bei den meisten ETFs zwischen 0,1 und 0,5 Prozent.

  • 0,20 % TER bedeutet: 20 € Kosten pro Jahr auf 10.000 € anlage, exklusive Transaktionskosten beim kauf und Verkauf.

  • Bei Standard-Aktien-ETFs auf den MSCI World oder MSCI ACWI sind TER-Werte von 0,10, 0,30 % üblich.

  • Eine TER von 0,3 Prozent oder mehr gilt als hoch für ETFs.

  • Die TER wird monatlich oder vierteljährlich vom Fondsvermögen abgezogen, du zahlst sie nicht separat, sie reduziert die Rendite.

  • ETFs können zusätzliche Kosten wie Transaktionsgebühren haben, die nicht in der TER enthalten sind (z. B. Ordergebühren beim Broker, Spread).

  • Über 20, 30 Jahre schmälert bereits eine um 0,3, 0,5 Prozentpunkte höhere TER die Endrendite spürbar durch den Zinseszinseffekt.

Fondsvolumen und Fondsalter

Das Fondsvolumen bezeichnet das gesamte verwaltete vermögen eines ETFs. Große fonds mit hohem Volumen sind in der Regel stabiler und liquider.

  • Mindestens 50 Millionen Euro Fondsvolumen gelten als sicher, viele Experten empfehlen sogar 100 Millionen Euro als Untergrenze.

  • ETFs im Vergleich müssen ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro haben, um in seriösen Empfehlungslisten aufzutauchen.

  • ETFs sollten mindestens fünf Jahre existieren, um eine aussagekräftige Bewertung der wertentwicklung zu ermöglichen.

  • Junge, sehr kleine ETFs (z. B. Nischen-themen mit unter 20 Mio. € Volumen) tragen ein höheres risiko, aufgelöst zu werden.

  • beispiel: Der iShares Core MSCI World UCITS ETF verfügt über ein zweistelliges Milliardenvolumen und gehört zu den größten ETFs in europa.

Replikationsmethode und Tracking-Differenz

ETFs können physisch oder synthetisch repliziert werden. Beide Methoden haben spezifische eigenschaften:

  • Physische Replikation: Der ETF kauft die im index enthaltenen aktien direkt, entweder alle (Full Replication) oder eine repräsentative Auswahl (Sampling). Ein physischer ETF auf den MSCI World enthält Aktien von rund 1.350 Unternehmen.

  • Synthetische Replikation: Der ETF bildet den index über Swap-Geschäfte mit einer Gegenpartei ab. Diese lösung bietet vorteile bei schwer zugänglichen Märkten, bringt aber ein Kontrahentenrisiko mit sich.

  • Der Tracking Error misst die Schwankung der Abweichung vom index, die Tracking-Differenz zeigt die tatsächliche Renditedifferenz.

  • Die meisten Standard-Indizes wie MSCI World oder s p 500 werden heute überwiegend physisch repliziert.

  • Beim Vergleich mehrerer ETFs auf denselben index lohnt es sich, neben der TER auch die tatsächliche Tracking-Differenz der letzten Jahre zu prüfen.

Ertragsverwendung: Ausschüttend oder thesaurierend?

ETFs gibt es in ausschüttenden und thesaurierenden Varianten, die wahl hängt von deiner persönlichen Situation ab:

  • Ausschüttende ETFs geben Erträge (Dividenden) direkt an anleger weiter, zum beispiel quartalsweise oder jährlich. Das liefert regelmäßiges Einkommen, etwa in der Rentenphase.

  • Thesaurierende ETFs reinvestieren Erträge automatisch. Das vereinfacht den Zinseszinseffekt und eignet sich für den langfristigen Vermögensaufbau.

  • Steuerlich gilt in Deutschland seit der Investmentsteuerreform 2018 die Vorabpauschale. Aktien-ETFs profitieren von einer Teilfreistellung von 30 %. Details solltest du mit einem Steuerberater klären.

  • beispiel: Der „iShares Core MSCI World UCITS ETF (Acc)“ ist thesaurierend, die „(Dist)“-Variante schüttet aus.

ETFs auswählen Schritt für Schritt

In sechs klaren Schritten kommst du von der Idee zum ersten ETF, hier die Anleitung:

  1. Anlageziel definieren: Möchtest du vermögen für die Altersvorsorge aufbauen, für die Bildung der Kinder sparen oder ein anderes Ziel verfolgen? Lege deinen Anlagehorizont fest, für Aktien-ETFs sollten es mindestens 10, 15 Jahre sein.

  2. Risikoklasse wählen: Entscheide, welchen Anteil deines Geldes du in Aktien-ETFs investierst und welchen Anteil du in defensive Bausteine wie Tagesgeld oder Anleihen-ETFs steckst.

  3. Kerninvestment festlegen: Ein breit gestreuter welt-ETF auf den MSCI World, MSCI ACWI oder ftse all world ist für die meisten menschen eine solide lösung.

  4. ETF-Finder nutzen: Filtere bei deinem online broker oder einem unabhängigen Tool nach index, TER, Fondsvolumen und Replikationsmethode.

  5. 2, 3 ETFs vergleichen: Vergleiche konkrete Produkte desselben index, achte auf TER, Volumen, Alter, Tracking-Differenz und Domizil.

  6. Kaufen und durchhalten: Platziere deine Order über dein depot (Limit- oder Market-Order) oder richte einen Sparplan ein, und bleib langfristig investiert.

Eine Person sitzt konzentriert an einem Schreibtisch, auf dem ein Laptop und ein Smartphone liegen. Sie schaut auf den Bildschirm, während sie möglicherweise Informationen über ETFs, Aktien oder Anlagestrategien recherchiert.

Praktische Checkliste zur ETF-Auswahl

Bevor du einen ETF kaufst, gehe diese fragen durch:

  • Ist mein Anlagehorizont länger als 15 Jahre?

  • Ist der ETF mindestens 5 Jahre alt und hat ein Volumen von über 100 Mio. €?

  • Liegt die TER im marktüblichen Bereich (unter 0,3 %)?

  • Passt die Ertragsverwendung (ausschüttend/thesaurierend) zu meiner Strategie?

  • Verstehe ich den Basisindex und seine zusammensetzung?

  • Ist die Replikationsmethode für mich nachvollziehbar?

Wie kann ich in ETFs investieren? Depot, Online-Broker und Sparplan

Für den kauf von ETFs benötigst du ein Wertpapierdepot. Du kannst es bei einer Filialbank (z. B. Sparkasse), einer Direktbank oder einem online broker eröffnen.

  • Filialbank: Persönliche Beratung, aber oft höhere Ordergebühren und geringere Sparplanauswahl.

  • Online-Broker: Niedrige Kosten, große vielzahl an ETFs, benutzerfreundliche Apps. Viele Broker bieten Standard-ETFs auf den MSCI World oder MSCI ACWI als Aktions-Sparpläne ohne Ausführungsgebühr an.

Der Ablauf in wenigen schritten:

  1. Depot eröffnen (Ident-Verfahren per Video oder Post).

  2. Geld auf das Verrechnungskonto überweisen.

  3. ETF über die Suchmaske finden (ISIN, WKN oder name des index eingeben).

  4. Order platzieren oder Sparplan einrichten.

ETFs können für monatliche Sparpläne genutzt werden, übliche Raten starten bei 25 oder 50 € pro Monat. Durch regelmäßiges Investieren profitierst du vom Cost-Averaging-Effekt: Du kaufst bei niedrigen Kursen mehr anteile und bei hohen Kursen weniger.

ETF-Finder und Tools: So vergleichst du ETFs effizient

Bei einer vielzahl von über 10.000 ETFs weltweit brauchst du digitale Hilfsmittel, um passende Produkte zu finden. So funktioniert ein typischer etf finder:

  • Filtere nach index, Region, branche, ESG-Kriterien, TER, Fondsvolumen, Replikationsmethode, Währung und Ertragsverwendung.

  • Viele online broker haben integrierte ETF-Suchen, in denen du direkt nach ISIN, WKN oder Indexname (z. B. „MSCI World“) suchst.

  • Grenze zunächst grob nach index und Region ein, sortiere dann nach Kosten und kennzahlen.

  • Finanztip empfiehlt insgesamt 19 weltweite Aktien-ETFs, die strenge Kriterien erfüllen.

  • ETFs werden im Vergleich nach Marktabdeckung sortiert, und der ETF-Vergleich berücksichtigt nur ETFs, die mindestens fünf Jahre existieren.

  • Achte auf typische Stolperfallen: Verwechsle keine ISINs, und prüfe, ob der ETF tatsächlich passiv oder aktiv gemanagt ist.

Anlagehorizont, Strategie und Rolle von ETFs im Gesamtvermögen

Die wichtigste Faustregel: Breitgestreute Aktien-ETFs sind für langfristigen Vermögensaufbau geeignet, idealerweise mit einem Horizont von mindestens 10, 15 Jahren. Je länger du investiert bleibst, desto stärker glättest du kurzfristige Börsenschwankungen.

  • Historische beispiele: Wer im Herbst 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den MSCI World investierte, hatte nach 5 Jahren alle Verluste aufgeholt, nach 10 Jahren deutlich im Plus.

  • ETFs können als Kerninvestment im Portfolio dienen: Viele anleger fahren mit 70, 90 % in einem welt-ETF plus Rest in Tagesgeld oder Anleihen-ETFs eine solide Strategie.

  • Rebalancing: Prüfe mindestens einmal jährlich, ob deine Aufteilung zwischen Aktien-ETFs und sicheren Anlagen noch deiner anlagestrategie entspricht.

  • Vermeide es, bei Kursrückgängen hektisch zu verkaufen. Langfristiges Durchhalten ist entscheidend für die entwicklung deines Vermögens.

Steuern, Rechtliches und Sicherheit bei ETFs

ETFs gelten in Deutschland als investmentfonds und unterliegen der Investmentsteuerreform von 2018. Hier die wichtigsten Punkte auf hohem Niveau:

  • Abgeltungsteuer: 25 % auf Gewinne, zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.

  • Teilfreistellung: Bei Aktien-ETFs sind 30 % der Erträge steuerfrei.

  • Vorabpauschale: Wird jährlich auf thesaurierende ETFs erhoben, basierend auf einem Basiszins.

  • ETFs sind als Sondervermögen rechtlich vom vermögen der Fondsgesellschaft getrennt (§ 92 KAGB). Im Insolvenzfall des Anbieters sind deine anteile geschützt.

  • Vor jedem kauf solltest du das Basisinformationsblatt (PRIIP-KID) und den Verkaufsprospekt lesen, dort findest du alle relevanten informationen zu Kosten, Risiken und Strategie.

  • Bei individuellen Steuer- oder Rechtsfragen empfiehlt sich die Beratung durch einen Steuerberater oder Fachanwalt.

Häufige Fehler von ETF-Einsteigern und wie du sie vermeidest

Der Erfolg einer investition in ETFs hängt oft weniger an der perfekten Produktauswahl, sondern am Verhalten der menschen, die investieren.

  • Zu kurze Haltedauer: Wer nach 2, 3 Jahren verkauft, verpasst den langfristigen Renditeeffekt. Plane mindestens 10, 15 Jahre ein.

  • Panikverkäufe in Krisen: In Abschwungphasen verkaufen viele anlegerinnen und anleger, und realisieren Verluste, die sich bei Durchhalten erholt hätten.

  • Übergewichtung von Trend-themen-ETFs: Hype-Produkte (z. B. Cannabis, Metaverse) können kurzfristig stark schwanken. Setze auf ein breit gestreutes Kerninvestment.

  • Fehlende Diversifikation: Nur in einen Länder- oder Branchen-ETF zu investieren, erhöht dein risiko unnötig.

  • Kosten ignorieren: Schon kleine Unterschiede in der TER summieren sich über Jahrzehnte. Vergleiche immer.

  • Kein Notgroschen: Investiere nur geld, das du langfristig nicht brauchst. 3, 6 Monatsgehälter als Reserve auf dem Tagesgeld sind Pflicht.

  • Ständiger Produktwechsel: Jeder Verkauf und Neukauf verursacht Kosten und ggf. Steuern. Bleib bei deiner Strategie.

  • Market Timing statt Sparplan: Den „perfekten“ Einstiegszeitpunkt gibt es nicht. Ein konstanter Sparplan schlägt sporadisches Investieren in den meisten Fällen.

Fazit: Warum ETFs ein starkes Werkzeug für den langfristigen Vermögensaufbau sind

ETFs sind eine der zugänglichsten und effizientesten Möglichkeiten, langfristig vermögen aufzubauen. Sie kombinieren niedrige Kosten, breite Diversifikation und hohe Transparenz in einem einzigen produkt. Ein breit gestreuter welt-ETF auf den MSCI World oder MSCI ACWI, kombiniert mit einem langen Anlagehorizont, ist dabei weitaus entscheidender als die Suche nach dem „perfekten“ ETF. Konsequentes Investieren über Sparpläne ist schon mit kleinen Beträgen ab 25, 50 € monatlich möglich, unabhängig davon, ob du dein depot bei einem online broker oder einer Sparkasse führst.

Definiere deine anlageziele, eröffne ein depot, nutze einen etf finder, um passende Produkte zu filtern, und starte mit einem einfachen welt-ETF. Der wichtigste schritt ist nicht die perfekte wahl, sondern dass du anfängst.

Dieser Artikel wurde mit Blogie erstellt.

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