Gold- und Silberpreis schwanken: Was treibt die Nachfrage wirklich?

Wenn man die aktuellen Marktentwicklungen an den Börsen beobachtet, stellt man fest, dass Gold und Silber oft größeren Preisschwankungen unterliegen. Viele Anleger betrachten die Edelmetalle in Krisenzeiten als sichere Möglichkeit, doch gerade bei Silber sind aufgrund der geringeren Nachfrage stärkere Schwankungen möglich.
Hinter den Schwankungen stecken teilweise weltpolitische Ereignisse, es gibt aber auch andere Faktoren. Um die Volatilität wirklich zu verstehen, ist ein Blick hinter die Kulissen nötig.
Industrielle Nachfrage und innovative Anwendungsbereiche spielen eine Rolle
Entgegen der weitläufigen Meinung landen Gold und Silber nicht immer im Tresor oder als Schmuck am Handgelenk. Die industrielle Nachfrage durch Unternehmen wie Meditech Europe und andere Betriebe spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.
Silber ist beispielsweise aufgrund der hohen Leitfähigkeit für die Branchen der Elektromobilität und der Photovoltaik-Industrie wichtig. In fast jedem Smartphone oder Laptop sind Teile des Edelmetalls verbaut, weil es korrosionsbeständig und zuverlässig ist.
Auch in modernen und innovativen Anwendungsbereichen entsteht zunehmend nachfrage. So wird vermehrt kolloidales Gold und Silber produziert. Diese Stoffe bestehen aus kleinsten Partikeln der Edelmetalle und werden in Industrie, Technik aber auch im privaten Rahmen genutzt.
Wirtschaftspolitik und Zinsumfeld als Motoren für die Kurse
Deutschland befindet sich auf Platz zwei der Länder mit den größten Goldreserven, nur die Vereinigten Staaten haben noch mehr. Zusätzlich zur physischen Verwendung spielt die Geldpolitik der Welt die wohl wichtigste Rolle bei den Preisschwankungen. Wenn die Zentralbanken die Leitzinsen anheben, geraten Edelmetalle unter Druck. Anders als Anleihen werfen sie nämlich keine Zinsen ab.
Sinkt jedoch die Zuverlässigkeit in den Papierwährungen, versuchen viele Bürger ihre Finanzen durch Anlagen in Gold und Silber zu stabilisieren. Anleger flüchten immer dann in Sachwerte, wenn andere Werte von Verlusten bedroht sind.
Besonders Gold reagiert sehr sensibel auf den US-Dollar, denn das Edelmetall wird weltweit in Dollar gehandelt. Ein starker Greenback führt schnell zu sinkenden Goldpreisen für Investoren in anderen Währungsräumen. Solche Effekte verstärken kurzfristige Trends oder schwächen sie ab, was zum typischen Zickzack-Muster in den Preiskurven führt.
Ein Blick auf die Federal Reserve und die Stärke der Weltleitwährung ist also immer sinnvoll, um die Treiber der Gold- und Silberpreisschwankungen zu verstehen.
Knappheit der Ressourcen und Kosten der Förderung
Was bei der Preisgestaltung fast immer unterschätzt wird, sind die Kosten für die Förderung von Edelmetallen. Es wird immer aufwendiger, neue Vorkommen zu erschließen, da die leicht zugänglichen Minen erschöpft sind. Wenn die Energiepreise steigen, erhöhen sich automatisch auch die Produktionskosten für jede geförderte Unze.
Sollten die Förderkosten dauerhaft über dem aktuellen Marktpreis liegen, verringert sich das Angebot, was wiederum langfristig zu steigenden Notierungen führt. Gold und Silber sind begrenzte Ressourcen, deren Wert durch physische Knappheit und den hohen Gewinnungsaufwand beeinflusst wird.
Genau diese Knappheit ist aber auch eines der stärksten Argumente für die Beständigkeit als Wert. Wenn man im heimischen Tresor Gold- oder Silberbarren gelagert hat, werden diese auch über langen Zeitraum nicht drastisch an Wert verlieren. Die Schwankungen gleichen sich fast immer wieder auf. Verkäufe sollten am aktuellen Goldpreis ausgerichtet werden, wer in Not verkauft, macht fast immer Minusgeschäfte.
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